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Der Tunnel muss her!

Verfahrene Kiste, die der neue Bezirksrat gleich am Anfang der Legislaturperiode zu schultern versuchte. Diesen Eindruck konnte man jedenfalls auf der gut besuchten öffentlichen Sitzung am 17.1. im Gemeindesaal Waggum bekommen. Die angebotenen Optionen nach der Sperrung der Grasseler Str. konnten nicht so recht überzeugen:


  • die Ostumfahrung der Ausbaustrecke scheitert – mit Recht – an der Umweltproblematik;

  • die Südumfahrung am Flughafen entlang, wie immer sie auch geführt wird, verlängert den Weg und wird nach Auffassung einiger nicht angenommen werden;

  • bleibt die 0-Lösung, will heißen: es wird sich alles zurechtruckeln, die Bürger gewöhnen sich auch an die Missstände – die Zeit heilt Wunden, machen wir´s wie unser Bundespräsident. Bevenröder und Gifhorner suchen eh´ schon den nächsten Weg zur Autobahn, entweder über Bechtsbüttel oder über den „Krötenweg“, dessen Sicherheitsstandard erheblich angezweifelt wurde. Die Waggumer freuen sich auf die „Spange“, wenn sie denn mal fertig ist.


Vor diesem Hintergrund konnte die CDU-Fraktion mit einem Dringlichkeitsantrag überraschen: Man möge doch den Tunnelbau wieder in den Optionenkatalog mit aufnehmen. Zustimmung – klar doch, das war doch das Ausgangsversprechen. Wer hatte das denn bloss damals verhindert, weil es zu teuer wäre?

Wie schön wäre es gewesen, wenn man als erstes den Tunnel gebaut und dann erst den Wald gefällt hätte. Im Anfangsstadium hätte es nur einen einstelligen Millionenbetrag gekostet, bemerkte eine neben mir sitzende Umweltaktivistin aus Hondelage. Möglicherweise wären dann die Kommunalwahlen auch anders ausgefallen im Bezirk, wenn die Versprechen gehalten worden wären. Aber so wurden die Wutbürger zu Protestwählern, und da half auch die Hinzunahme von Wabe-Schunter nichts mehr.

Konnte man das nicht voraussehen? Wenn es zutrifft, dass OB Hoffmann zum damaligen Wirtschaftsminister Hirche gesagt haben soll, dass die Flughafenerweiterung nur bei gleichzeitigem Tunnelbau politisch durchsetzbar sein würde, dann hatte er damit politische Klarsicht bewiesen. Umso unverständlicher wird der tatsächliche Hergang.

Umso verständlicher wird dagegen der Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion. Da es objektiv keine zufrieden stellende Lösung des Problems gibt außer einem Tunnelbau, muss man ihn fordern. Schließlich will man den Bürgern bei den nächsten Wahlen ja wieder ins Auge blicken können. Und sagen können: Hey, der ist auf unserem Mist gewachsen, wir wollten ihn schon immer, wählt uns!


Und da die Wahlbürger verzeihende und leicht vergessliche Wesen sind, könnte das sogar funktionieren. Und alles wäre wieder im Lot. Wirklich alles?

K.N.

 

 

 

 

 zuletzt  bearbeitet: 18.01.2012