Ortsheimatpfleger Bevenrode/ 14.1.10

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Nun aber zu dem, was mich im Moment noch mehr als das bewegt.
Papier für Bücher wird ja zum großen Teil aus Holz gemacht, Holz- das sind Bäume. Bäume werden gerade gefällt und zwar letztlich 60 000 aus dem ökologisch wertvollen Flora-Fauna- Schutzgebiet Querumer Forst zwischen Waggum und Hondelage.
Das soll der Erweiterung der Startbahn des Flughafens Braunschweig- Waggum, ach nein, jetzt heißt er ja schon Braunschweig- Wolfsburg, dienen und angeblich den Forschungsstandort Braunschweig sichern und viele neue Arbeitsplätze schaffen. Wer die einschlägigen Medien verfolgt hat, darf dieses Ziel aber getrost vergessen, es scheint vielmehr allein um das Ansehen der Stadt Braunschweig zu gehen, die mit hohen Kosten den bisher schon defizitären Flughafen damit in noch tiefere rote Zahlen treiben wird und um die Bequemlichkeit und das Prestige des angeblich doch so umweltfreundlichen VW- Konzerns, der seinen Managern und Gästen den Umweg zum Flughafen Hannover nicht zumuten möchte.
Und denjenigen, die immer noch hoffen, selbst auch einen Nutzen davon zu haben und  nach dem Ausbau dann   vielleicht   Urlaub fliegen zu können, sei gesagt: um Euch geht es dabei gar nicht, das wird es nie geben! Vergesst es!
Für diesen seltsamen Flughafenausbau wird leider auch mit Hilfe der Braunschweiger Zeitung

So betrügt man Bürger! Das bedeutet für tausende Menschen täglich Umwege  und  Zeitverlust und für die Umwelt mehr CO2- Ausstoß.

--- Schreibt an VW, dass Ihr deren umweltpolitischen Lügen verachtet, fordert sie zum Rückzug auf und droht mit Boykott des Kaufes ihrer Autos !
--- Schreibt an die Stadt Braunschweig, dass Ihr gegen diese umweltzerstörende und sinnlose Baumaßnahme eingestellt seid !
---Seid zahlreich anwesend bei den täglichen Treffen zu Waldspaziergängen in den Querumer   Forst jeweils ab 15:00h am Waggumer Sportheim!    Das ist besonders wichtig!
---Überlegt Euch eigene Aktionen, aber bitte schnell!
---Sprecht Schulen und Kindergärten an, ob sie nicht Erlebnisunterricht in der Freien Natur im Querumer Forst abhalten wollen
---Schreibt an die Braunschweiger Zeitung und fordert eine objektive Berichterstattung, droht auf jeden Fall mit Abbestellung.
---schreibt an den NABU- Bundesvorstand, dass ihr es nicht hinnehmt, dass der Bundesvorstand dieser Naturschutzorganisation mit VW zusammenarbeitet und dafür Geld kassiert und nun den Ortsverband Braunschweig auf den Kosten seiner hiesigen Klage sitzen lässt

---fragt den Bezirksbürgermeister der Stadtteile Bienrode, Waggum, Bevenrode Herrn Götz- Rüdiger Kliesch , warum er seinerzeit den Bürgern versprochen hat, sie hätten keinerlei Nachteile durch den Flughafenausbau, erst Tunnel, dann Westumgehung, nun gar nichts mehr.
--- verfolgt vor allem die kritischen Informationen auf Internetseiten wie
www.braunschweig-online.info   www.unser-braunschweig.de   www.waggum.de oder www.bevenrode-online.de

Rettet die Bäume, rettet unser Klima, rettet unsere Zukunft!

Wehrt Euch, leistet Widerstand!
Lasst Euch nicht einschüchtern oder für dumm verkaufen!
Und wenn Ihr noch unentschlossen sein solltet in dieser Frage, dann macht doch bitte Euren Spaziergang in der momentan herrlichen Schneelandschaft jetzt nicht ausgerechnet in Riddagshausen oder anderswo, sondern im Querumer Forst.
Euch werden die Augen übergehen! Zieht Euch warm an!
Die Wirklichkeit sieht anders aus.

2. Teil am 15.1.10

vielen Dank für die ermutigenden Zuschriften, die ich auf meine gestrige mail   zum Thema Startbahn erhielt!
Leider muss ich ganz schnell noch zwei Dinge richtig stellen und eine weitere Information verbreiten:
1.)Am Sonnabend, 16. Januar, ist der Treffpunkt für den Waldspaziergang durch den Querumer Forst schon um 14:00 h (!!!) am Sportheim Waggum. Man fährt als Braunschweiger(-in): Bevenroder Straße durch Querum, über die Autobahn, weiter als Grasseler Straße, am Flughafen zur Linken vorbei und wenn dann links Waggum liegt, biegt man rechts zum Sportheim ab.
2.)Die Umgehungsstraße um den erweiterten Flughafen, die laut Plan die Grasseler Straße ersetzen   soll und die die kürzeste Verbindung zwischen Braunschweig  (-Querum) und   [if !supportEmptyParas]
[endif]
Interessant ist übrigens, warum das Oberverwaltungsgericht Lüneburg diese Straßenvariante aus dem Planfeststellungsverfahren herausgenommen und untersagt hat.
Man mag es kaum glauben, aber es ist wahr:
Dieser Straßenverlauf würde das wertvolle Schutzgebiet Querumer Forst unzumutbar beeinträchtigen.
Ja. Noch mal:
Dieser Straßenverlauf würde das wertvolle Schutzgebiet Querumer Forst unzumutbar beeinträchtigen.
In dem gleichen Urteil, in dem das sogenannte öffentliche Interesse an der Flughafenerweiterung über die schützenswerten Belange des Querumer Forstes gestellt werden   (ca. 90 ha Beeinträchtigungsfläche) , was vielen schon nicht nachvollziehbar ist, wird die Errichtung einer wichtigen Straße auf ca. 1800 m Länge direkt am dann neuen Flughafenzaun entlang, wo dann eh keine Bäume mehr stehen dürften, als schwerwiegender Eingriff in das ökologische Habitat betrachtet und untersagt.
Es kommt noch krasser: Eine Mittelspecht-Familie, die in diesem Bereich bisher wohnt, könnte sich an den Autobewegungen stören! Anscheinend ist diese Spechtfamilie aber gegen die Abholzungsaktionen und den Fluglärm vollkommen resistent. Da ihr ja dann auch kein Baum mehr als Bruthöhle zur Verfügung steht, wird sie sich wohl ein Erdnest bauen, was bei Spechten bislang nicht beobachtet wurde und schon als sehr persönliche Boshaftigkeit dieser einen besonderen Spechtfamilie angesehen werden muss! Pech für die ca. 10 000 Menschen, die diese Straße bisher täglich benutzen.
Und die vielen anderen Spechte, die durch die Baumfällungen für den Flughafen ja leider auch ihren Brutbaum verlieren, die haben nach der Beurteilung des Gerichts aber die Möglichkeit, auf andere Bereiche des doch sehr großen Forstes auszuweichen.
So steht es da!
Freunde, das ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, nachzulesen unter 7 KS 28/07   OVG Lüneburg Urteil vom 20.05.2009!
Unglaublich, aber wahr! Richter sind auch nur Menschen, aber offensichtlich irgendwie andere Menschen.
 

Heiner Waßmuß, Leseratte- Buchladen und Ortsheimatpfleger in Bevenrode